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BR24 vom 12.02.2020, 13:03 Uhr

 

Zahl der Hundeattacken in Bayern nimmt stark zu

 

Die Zahl der Hundeattacken ist in Bayern seit 2011 stark angestiegen. Die meisten Attacken gehen dabei nicht auf "Kampfhunde" zurück. Tierschutzorganisationen, Tierheime und Politiker fordern eine gesetzliche Hundeführerscheinpflicht.

 

Es war kein Kampfhund, sondern ein Labrador-Mischling. Als Günther Pöschl im vergangenen Herbst mit seiner 14-jährigen Cockerspaniel-Hündin Almud Gassi gehen wollte, reißt sich plötzlich der Nachbarshund von der Kette, rennt aus achtzig Metern Entfernung auf Almud zu und beißt sich fest. Bis Almud blutet und winselt. "Sie wäre gestorben, wenn ich nicht dazwischen gegangen wäre", sagt Günther Pöschl.

 

Das Problem ist die menschliche Seite der Leine

 

Von dem Angriff trägt der 69-Jährige auch selbst Narben an den Händen davon. Seit 14 Jahren hat er seine Hündin. Pöschl ist sich sicher: Solche Attacken sind die Schuld des Besitzers. "Unser Nachbar war kein guter Hundebesitzer, wie der den Hund behandelt hat, der hat den richtig scharf gemacht." Der Hund, der Almud angegriffen hat, ist inzwischen im Tierheim: untherapierbar.

 

Tatsächlich beißen "ganz normale" Hunde weitaus häufiger zu als sogenannte Kampfhunde. Das zeigen Statistiken des Bayerischen Innenministeriums. 94 Prozent der Beißattacken gingen 2018 auf das Konto von Schäferhund, Berner Sennenhund und Co. Seit 2011 erhebt das Bayerische Innenministerium Beißvorfälle - um fast fünfzig Prozent haben sie in den vergangenen neun Jahren zugenommen. Allerdings: In Bayerns Städten laufen auch wesentlich mehr Hunde herum als früher.

 

Im Jahr 2011 wurden vom Bayerischen Innenministerium 870 Beißvorfälle durch Hunde registriert, davon 47 von sogenannten Kampfhunden. 2018 gab es 1.281 Vorfälle, wobei 78 auf Kampfhunde entfielen.

 

Forderung nach Hundeführerschein wird laut

 

Egal, ob Kampfhund oder nicht: Wenn ein großer Hund so sehr ausflippt, dass er sich von der Leine reißt, ist man dem Tier in der Regel ausgeliefert. Mit der richtigen Hundeerziehung ließen sich solche Attacken verhindern, sagen Tierschutzexperten. Die Tierschutzorganisation PETA appelliert an die Staatsregierung: "Wir hoffen, dass die bayerische Landesregierung durch den aktuell drastischen Anstieg von Beißvorfällen in Bayern nun endlich Anlass zum Handeln sieht. In Niedersachsen sind bereits drei Jahre nach der Einführung des Hundeführerscheins die Vorfälle nachweislich zurückgegangen."

 

Ähnlich sieht das auch Sabina Gassner, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Augsburg:

 

"Ein Hundeführerschein würde dazu beitragen, dass sich die Leute vor der Anschaffung eines Hundes viel intensiver mit der Hundehaltung auseiandersetzen und sich Gedanken machen, welche Verpflichtung sie eingehen. Man trägt ja auch Verantwortung gegenüber anderen Tieren, Passanten, Joggern, Radlern und Kindern, die sich unbefangen bewegen wollen." Sabina Gassner, Tierschutzverein Augsburg-

 

Politiker und Kommunen: Hundeführerschein ist sinnvoll

 

Bayerische Politiker von SPD und Grünen sehen dies ähnlich: Man könne Zahlen nicht wegdiskutieren, sagt die SPD-Tierschutzbeauftragte Ruth Müller: "Jede Rasse kann gefährlich sein, wenn ein Hund nicht artgerecht gehalten wird. Dem gilt es entgegenzuwirken." Auch die Grünen-Politikerin Katharina Schulze sieht einen Hundeführerschein als sinnvoll, wirbt aber gleichzeitig für eine "kreative finanzielle" Entlastung, die damit einhergehen müsse.

 

Ein Hundeführerschein wäre auch aus Sicht einiger Städte wünschenswert, wenngleich die meisten Kommunen auf die Zuständigkeit des Bayerischen Innenministeriums verweisen. "Wahrscheinlich könnte die eine oder andere Hundeattacke vermieden werden, wenn die jeweiligen Hunde besser erzogen wären bzw. die Halter ihren Sorgfaltspflichten besser nachkäme", teilte beispielsweise das Landratsamt Aschaffenburg mit.

 

Bayerisches Innenministerium: Hundeführerschein bringt nichts

 

Das Bayerische Innenministerium sieht derweil keinen Handlungsbedarf. Man wolle kein Bürokratiemonster schaffen. Zudem seien die meisten Beißattacken nicht auf Unwissen zurückzuführen, sondern darauf, dass sich Besitzer bewusst über Vorschriften hinwegsetzten und beispielsweise ihre Hunde am Spielplatz frei rumlaufen ließen. Zudem gebe es eine strenge Kampfhundeverordnung in Bayern, die die Gefährlichkeit von Hunden regele.

 

Das Ordnungsamt Nürnberg sieht das anders: "Auffällig ist der hohe Anteil an Kindern als Beißopfer. Dies legt nahe, dass der Gefährlichkeit von Hunden nicht mit Rasselisten begegnet werden kann, sondern dass die Gefährlichkeit aus einem falschen oder unverantwortlichen Umgang mit Hunden rührt." Tatsächlich zeigt die Beißstatistik des Innenministeriums keine signifikante Auffälligkeit bezüglich bestimmter Rassen oder Hundegrößen.

 

Und wenn ein Hund nicht artgerecht gehalten wird, kann im Zweifel jede Rasse zubeißen.

 

 

 


12.02.2019:
Erteilung einer Erlaubnis gem. § 11 Abs 1 Satz 1 Nr 8 Buchstabe f TierSchG 


11.02.2019:

Artikel in der Main Post zum Thema Hundeführerschein.


Februar 2015

Erteilung einer Erlaubnis für die Tätigkeit einer Hundeerzieherin- und Verhaltensberaterin, gem. § 11 Abs 1 Satz 1 Nr 8 Buchstabe f Tierschutzgesetz.

 


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